Frieden, Freundschaft, internationale Solidarität


Jugend aller Nationen, uns vereint gleicher Sinn, gleicher Mut!  
Wo auch immer wir wohnen, unser Glück auf dem Frieden beruht.

Aufruf

Wir, die Mitglieder des Arbeitskreises Geschichte der Jugendhochschule "Wilhelm Pieck", wenden uns an alle ehemaligen Studenten der DDR - und Internationalen Lehrgänge, Lehrer und Mitarbeiter der Jugendhochschule, Mitglieder der Brigaden der Freundschaft der FDJ, die sich heute noch gerne an ihre Studium bzw. Tätigkeit an der höchsten Bildungseinrichtung der FDJ am Bogensee oder an ihren Einsatz in Afrika, Lateinamerika oder Asien erinnern.

Der Arbeitskreis Geschichte der Jugendhochschule "Wilhelm Pieck" bereitet für den

15.September 2018

ein Treffen in Berlin unter dem Motto

Frieden, Freundschaft, Völkerverständigung und internationale Solidarität - Grundvoraussetzungen für eine glückliche Zukunft der jungen Generation auf der ganzen Welt  

vor.

Die Veranstaltung ist dem 60. Jahrestag des Beginns der Ausbildung von Mitgliedern und Funktionären mit der FDJ befreundeter Jugendorganisationen aus Europa, Afrika, Lateinamerika und Asien sowie dem bevorstehenden 55. Jahrestag des Einsatzes der ersten Brigaden der Freundschaft der FDJ zur Unterstützung junger Nationalstaaten beim Aufbau einer von Kolonialismus, Ausbeutung und Unterdrückung befreiten Gesellschaft gewidmet.

Das Studium von Mitgliedern und Funktionären mit der FDJ befreundeter Jugendorganisationen an der Jugendhochschule "Wilhelm Pieck" wie auch die Entsendung von Brigaden der Freundschaft der FDJ in die jungen aufstrebenden Nationalstaaten Afrikas, Lateinamerikas und Asien stellte eine Zäsur im internationalen Handeln der Freien Deutschen Jugend als sozialistische Jugendorganisation der DDR dar, die bis heute ihre Bedeutung nicht verloren hat.

Bis zur Liquidierung unserer weltweit geachteten Bildungseinrichtung im Jahre 1990 absolvierten mehr als 4300 Mitglieder und Funktionäre aus über 100 mit der FDJ befreundeter Jugendorganisationen aus 68 Ländern ein kostenloses Studium am Bogensee. Ihr Studium und Aufenthalt im ersten Staat der Arbeiter und Bauern auf deutschem Boden wurde aus Solidaritätsspenden der Jugend und der Bevölkerung der DDR finanziert.

Darüber hinaus fanden auf Wunsch vieler Jugendorganisationen jährlich Sommer- und Weiterbildungskurse statt. 

Lehrer und Dolmetscher der Jugendhochschule unterstützten die Jugendorganisationen in Afrika, Lateinamerika und Asien beim Aufbau eigener Bildungseinrichtungen oder wirkten in den Brigaden der Freundschaft der FDJ mit. 

Jährlich besuchten Leitungen von Jugendverbänden die Jugendhochschule um deren Erfahrungen in der Aus- und Weiterbildung von Funktionären zu studieren.

Die Delegierung von Mitgliedern und Funktionären zum Studium an die Jugendhochschule "Wilhelm Pieck" war Ausdruck des Vertrauens dieser Organisationen in die Politik der DDR, ihrer sozialistischen Jugendorganisation und in die Leistungen des Kollektivs der Lehrer und Mitarbeiter der höchsten Bildungseinrichtung der FDJ am Bogensee.

Das gemeinsame Lernen und Zusammenleben von Mitgliedern und Funktionären unterschiedlicher Jugendorganisationen, deren verschiedenartige Kulturen und Lebensgewohnheiten, Kampf- und Lebenserfahrungen, stellten für die Bildungs- und Erziehungsarbeit an der Jugendhochschule eine große Herausforderung und zugleich eine Bereicherung dar. 

Die Jugendhochschule trug auf diese Weise dazu bei, sowohl bei den Studenten der FDJ als auch in den Beziehungen zwischen den Mitglieder der ausländischen Delegationen gegenseitiges Vertrauen, internationale Solidarität, Hilfe und Unterstützung im Kampf für soziale Befreiung und nationale Unabhängigkeit herauszubilden und zu praktizieren.

Mit der Ausbildung ausländischer Mitglieder und Jugendfunktionäre an der Jugendhochschule im Jahre 1958 begann ein neuer Abschnitt in der Tätigkeit und Entwicklung der höchsten Bildungseinrichtung der FDJ am Bogensee.

Im Jahre 1946, als Schule für die Ausbildung von Funktionären der FDJ gegründet, entwickelte sie sich seit Ende der 50er Jahre zu einer weltweit anerkannten und geschätzten fortschrittlichen Bildungseinrichtung für Jugendfunktionäre.

Von Jahr zu Jahr nahm die Zahl der Jugendorganisationen, die Mitglieder und Funktionäre zum Studium an die Jugendhochschule delegierten, zu.

Waren es zunächst vor allem Studenten befreundeter Jugendorganisationen Europas, änderte sich das zu Beginn der 60er Jahre.

In vielen jungen Nationalstaaten entstanden demokratische Jugendorganisationen, deren Aufgabe es war, die Jugendarbeit zu organisieren und die junge Generation für den Aufbau einer neuen Gesellschaftsordnung zu mobilisieren. Gut ausgebildete Jugendfunktionäre waren nötig.

Die Solidarität und Unterstützung der fortschrittlichen internationalen Jugendbewegung, vor allem die der Jugendorganisationen in den sozialistischen Ländern, war gefragt.

Im Frühjahr 1961 nahmen die ersten Freunde aus Afrika und Lateinamerika ein Studium an der Jugendhochschule "Wilhelm Pieck" auf.

In den Brigaden der Freundschaft der FDJ leisteten tausende Mitglieder unseres sozialistischen Jugendverbandes aktive Hilfe und Unterstützung beim Aufbau von Bildungs- und Berufsausbildungsstätten, Sozial- und Kultureinrichtungen sowie der Errichtung von Produktionsstätten für den Aufbau einer eigenen Volkswirtschaft in vielen Ländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens.

Die Tätigkeit junger Facharbeiter, Lehrmeister, Ingenieure, Lehrer, Ärzte und andere Spezialisten wurde in diesen Ländern anerkannt, ihre Arbeit geschätzt.

Zu Recht wurden sie als "Botschafter der DDR" im Blauhemd mit dem Symbol der aufgehenden Sonne genannt. 

Delegiert von den Arbeitskollektiven ihrer Betriebe und Einrichtungen, vorbereitet auf ihren Auslandseinsatz an der Jugendhochschule "Wilhelm Pieck, Außenstelle Bärenklau, leisteten sie unter schwierigen Bedingungen eine erfolgreiche Arbeit.

Die von ihnen erbrachten Leistungen stellten eine neue Form internationaler Hilfe und Solidarität dar.

Die FDJ bekräftigte ihrerseits mit der Zustimmung zur Ausbildung von Mitgliedern und Funktionären befreundeter Jugendorganisationen an der Jugendhochschule "Wilhelm Pieck" und des Einsatzes von Brigaden der Freundschaft ihr anlässlich der Aufnahme als Mitglied in den WBDJ im Jahre 1948 abgegebenes Versprechen, stets im Geist des Friedens, der Freundschaft, der Völkerverständigung und internationalen Solidarität zu handeln und den Kampf der jungen Generation und ihrer Organisationen in allen Teilen der Welt, unabhängig ihrer sozialen Herkunft, Hautfarbe und Weltanschauung, zu unterstützen.

Heute, 27 Jahre nach Einstellung der Tätigkeit der Jugendhochschule "Wilhelm Pieck" und des Wirkens der Freundschaftsbrigaden der FDJ befinden sich wieder junge Deutsche im Auslandseinsatz. Sie sind keine Botschafter des Friedens im Blauhemd der FDJ mit dem Symbol der aufgehenden Sonne. 

Sie tragen Kampfanzüge und sind ausgerüstet mit Sturmgewehren, Stahlhelm, Schussweste und anderen Kriegsgeräten. Ihr Auftrag ist es, im Interesse des Kapitals in diesen Ländern Rohstoffquellen und Absatzmärkte zu sichern, den Drang der Völker nach Freiheit, sozialer und nationaler Unabhängigkeit zu unterbinden. Die Folgen dieser neokolonialistischen Politik bekommen die Bürger der BRD und Europas tagtäglich zu spüren.

Der Arbeitskreis Geschichte der Jugendhochschule "Wilhelm Pieck" verurteilt diese Politik und fordert die Bundesregierung auf, sofort alle Auslands- und Kriegseinsätze der Bundeswehr einzustellen und jegliche Rüstungsexporte zu verbieten. 

Die Völker Afrikas, aber auch die in Asien und Lateinamerika brauchen unsere Hilfe und Unterstützung bei der Errichtung eines menschenwürdigen Lebens in ihren Ländern ohne Auflagen durch das Kapital und die führenden kapitalistischen Industrienationen. Nur so ist es möglich, die Fluchtursachen von Millionen Menschen zu beheben, dem Terrorismus den Boden zu entziehen und den Menschen, vor allem der jungen Generation, in ihren Ländern eine gesicherte Zukunft zu garantieren.

Liebe Freunde,

Anliegen unserer Veranstaltung am 15. September 2018 ist es, die Erfahrungen der internationalen Tätigkeit der FDJ, insbesondere die der Jugendhochschule "Wilhelm Pieck" und der Brigaden der Freundschaft der FDJ, aufzuarbeiten und für nachfolgende Generationen zu bewahren.

Wir rufen alle Mitstreiter und Interessenten auf, stellt uns Eure Erkenntnisse und Erfahrungen, vorhandenes Material usw. zur Verfügung. Bereits in Vorbereitung unserer Veranstaltung wollen wir die Diskussion dazu aufzunehmen und entfachen.

Auf der Website des Arbeitskreises unter:
https://www.ak-geschichte-der-jugendhochschule-wilhelm-pieck.de 
werden wir Eure Beiträge veröffentlichen. 

Nehmt Kontakt zu uns auf! Teilt uns bitte mit, ob ihr Interesse an einer Teilnahme an unserem Treffen habt.

Wir sind voller Erwartungen und grüßen Euch mit einem herzlichen

Freundschaft !

Die Mitglieder des Arbeitskreises
Geschichte der Jugendhochschule
"Wilhelm Pieck"

Berlin, November 2017

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veröffentlicht am 12.11.2017


Anhang I

Die Jugendhochschule, eine weltweit anerkannte und geschätzte Bildungseinrichtung

"Die Jugendhochschule "Wilhelm Pieck" hat auch bei der Erfüllung wichtiger Verpflichtungen der internationalen Solidarität eine ehrenvolle Aufgabe. Die Unterstützung befreundeter Jugendverbände durch die Qualifizierung der Kader, die sie an die Jugendhochschule delegieren, muß mit größter Gewissenhaftigkeit und Gründlichkeit erfolgen. Das Kollektiv der Schule sollte seine Ehre daransetzen, daß jeder Jugendfreund von der Jugendhochschule "Wilhelm Pieck" als ein begeisterter und befähigter Kämpfer für den Frieden in seine Heimat zurückkehrt"
(Wilhelm Pieck, Telegramm an das Kollektiv der Jugendhochschule am 3.September1960, anlässlich des 10.Jahrestag der Namensgebung der Schule)

"Mit tiefen Gefühle habe ich die Schule der Freien Deutschen Jugend Besucht. Für mich bedeutet sie die sichtbare Verkörperung der Prinzipien des proletarischen Internationalismus und ein breites Verständnis der Lehren des Marxismus-Leninismus. Ich habe keinen Zweifel, dass die Generation, hier studiert, in die Reihen der großen internationalen Familie von Arbeitern und Kommunisten eintreten wird, mit der gleichzeitigen Anwendung ihrer Erkenntnisse in der Praxis".

(Gladys Marin, Generalsekretärin des KJ Chiles, anlässlich ihres Besuches an der Jugendhochschule)

 

Tolja, Genia und Kolja, die ersten ausländischen Studenten an der JHS. Mitglieder des Leninschen Komsomol der Sowjetunion.

Motive aus dem Lernen, Leben, Arbeiten und Exkursionen

Teilnehmer des 25.Internationalen Einjahreslehrgang, 1982 / 1983

Anhang II

Die Hilfe und Unterstützung gegenüber den Völkern der jungen Nationalstaaten Afrikas, Lateinamerikas und Asiens - ein Grundzug sozialistischer Außenpolitik der DDR

Übersichtskarte (unvollständig)

Komplette Länderliste der Brigaden der Freundschaft

Asien:
VDR Jemen, Vietnam, Laos, Kampuchea, Afghanistan

Afrika:
Angola, Äthopien, Simbabwe, Guinea, Guinea-Bissau, Tansania, Südafrika, Mocambique, Algerien, Sao Tome und Principe, Mali, Sansibar, Somalia, Ghana, Zentralafrikanische Republik, Kongo

Lateinamerika:
Nikaragua, Kuba, Chile, Grenada

Mitglieder der Freundschaftsbrigade der FDJ in Conakry (1969 bis 1972) Links: Leiter Heinz Eggert und Rosi Eggert. Heinz vor dem Einsatz stellv. Direktor und Rosi Lehrerin an der JHS. Mitte: Tochter Andrea
Erste Schule und Ausbildungsstätte in Ratoma
Dezember 1969, Pioniergeburtstag in der Schule der PAJGC, Conakry, Republik Guina. Mitte: Rosemarie Eggert
Besuch aus Berlin, Regierungsdelegation unter Leitung von Paul Verner

"Wenn der Mensch von den Umständen gebildet wird, so muss man die Umstände menschlich bilden"

Karl Marx

In einigen Ländern, in denen Mitglieder der Freundschaftsbrigaden der FDJ bis 1990 Hilfe und Unterstützung beim Aufbau menschenwürdiger Lebensverhältnisse geleistet haben, sind heute wieder junge Deutsche, Angehörige der Bundeswehr, im Verbund mit Soldaten anderer Armeen kapitalistischer Staaten, im Einsatz.

Unter dem Vorwand der Aufrechterhaltung / Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung, der Erhaltung und Sicherung des Friedens, wird mit brutaler Gewalt, einschließlich des Einsatzes der Kriegstechnik, gegen diese Völker vorgegangen. Ein Ende dieses Völkermordens ist nicht abzusehen.

Wir fragen: in wessen Namen, Auftrag und Interessen?

"Wenn Ihr den Krieg beenden wollt, sendet Bücher statt Waffen. Sendet Stifte statt Panzer. Sendet Lehrer statt Soldaten."

(Malala Yonsafzai, Friedensnobelpreisträgerin und Kinderechtsaktivistin, aus Pakistan)

Erinnern wir uns der mahnenden Worte: