55.Jahrestag der Sicherung der Staatsgrenze der DDR

Aufruf zur Aktion zum 55. Jahrestag der Sicherung der Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik

Sonnabend, 13. August · 14 bis 17 Uhr · Pariser Platz, Berlin

Am 13. August 1961 wurde »die Mauer« um Westberlin gebaut. Antifaschistisch – so nannte die DDR ihre Grenze. Heute sagen sie, dass dieser Antifaschismus keiner war. Aber er war so viel mehr als jetzt: Mit ihm wären keine AfD und Pegida, keine brennenden Unterkünfte für Geflüchtete und keine über 200 von Faschisten getöteten Menschen seit 1990 möglich gewesen.

Dass es hinter dieser Grenze im Osten keine Reichen gäbe, aber ein Auskommen für alle, sagte die DDR. Heute sagen sie, dass die Leute in dieser DDR arm waren und unglücklich. Aber Glück gab es dort so wie Unglück, und gereicht hat es dort für alle, und nicht nur zum Überleben wie heute. Es hat auch gereicht für die fast 25 % der Kinder, die hier und heute in Armut leben müssen.

Wenigstens könne nun jeder überall hin, sagen sie uns täglich und trauern medienwirksam um 1000 Tote in 40 Jahren »deutsch-deutsche Grenze«. Doch Tränen gibt es nur für Deutsche. Für die 1000 monatlich an den »europäischen Außengrenzen« Ertrinkenden rollt keine. Das Mittelmeer, ein Massengrab, ausgehoben vor allem von Deutschland. Dort wird leise gestorben, anonym, ohne Mauershow.

Dass die Grenze den Frieden in der Welt bewahre, war der DDR besonders wichtig zu betonen. Heute sagen sie, dass dieser Frieden keiner war. Aber er war so viel mehr als jetzt, gab einem Jugoslawien, gab einer Ukraine Raum für alle, die dort leben mochten. Er gab Staaten wie Afghanistan, Irak, Syrien und anderen ein Existenzrecht, all jenen Orten, die man seit 1990 mit Krieg überzieht, Millionen tötet und dadurch auch reaktionärsten Bewegungen wie dem IS den Boden bereitet.

Deutschland führt wieder Krieg, seit dem Fall dieser Grenze, die einst gebaut wurde, um zu verhindern, dass er jemals wieder von deutschem Boden ausgeht. So war sie ein zu Stein gewordenes Widerwort. Nach dem Abriss dieses Widerwortes brauchte es keine 10 Jahre, da bombardierten deutsche Bomber Belgrad, ein drittes Mal in der deutschen Geschichte. Die DDR sollte Recht behalten.

Die jetzt herrschende Meinung ist die der jetzt herrschenden Kriegstreiber und Verelender – so wie es auch ihre Meinung zu dieser Grenze ist, die gebaut wurde, um ihre Freiheit zu beschneiden.

Wir meinen: Es ist höchste Zeit für Widerworte!

Quelle: Unentdecktes Land e.V. www.unentdecktes-land.org


Gedanken zum 13. August 2016

von Kapitän zur See a.D. Gerhard Matthes

Liebe Genossen, mit dieser kurzen Wortmeldung soll daran erinnert werden, dass sich am 13. August 2016 zum 55. Mal der Tag jährt, an dem die DDR auf Empfehlung und auf Bitte des Politischen Beratenden Ausschusses und der Regierungen der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages die notwendigen Schritte unternommen wurden, um die Staatsgrenze der DDR zur BRD und zu Berlin-West zu schließen und zu sichern.

Es wurde an diesen Grenzen eine solche Ordnung und Kontrolle eingeführt, wie sie an den Grenzen jedes souveränen Staates üblich ist.

Diese Maßnahmen waren aus politischen, militärischen und ökonomischen Gründen erforderlich. Die erste und vordringlichste Aufgabe war die Sicherung des Friedens und die Verhinderung eines Krieges, der nach Ausbruch weder zu beherrschen noch einzudämmen gewesen wäre. In Mitteleuropa standen sich im Kalten Krieg die größten und bestausgerüsteten Kräftegruppierungen von Warschauer Vertrag und NATO gegenüber. Damit wurde auch die Rolle und Bedeutung der Territorien der DDR und der BRD sowie ihrer Grenzen bestimmt. Die Grenzen zwischen ihnen waren die Grenzen zwischen den beiden sich feindlich gegenüber stehenden Weltsystemen, waren die Grenzen zwischen den stärksten Militärböcken jener Zeit.

Die Grenzsicherung beendete die anomale Lage zwischen Ost- und Westberlin. Der bis dahin ungehinderte Zugang von Agenten und Provokateuren in die DDR und die anderen Staaten des Warschauer Vertrages einerseits, und die Arbeit von Grenzgängern in Westberlin, der Geldumtausch zu spekulativen Preisen, der Abfluss hochwertiger Konsumgüter und nicht zuletzt der personelle Aderlass der DDR über Westberlin andererseits, wurden beendet.
Die Schließung der Staatsgrenze und ihre militärische Sicherung waren eine richtige und notwendige Maßnahme.
Die Planung, Vorbereitung und Durchführung der am 13. August durchgeführten Maßnahmen war eine Meisterleistung aller beteiligten Organe der DDR.

Dank und Anerkennung verdienen in diesem Zusammenhang die Angehörigen der Grenztruppen der DDR vom Soldaten bis zum General. Sie haben diese Grenze unter Einsatz ihres Lebens gesichert, das Grenzregime durchgesetzt, Provokationen abgewehrt und so einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung bewaffneter Konflikte und zur Sicherung des Friedens geleistet.

Der langjährige Minister für Nationale Verteidigung der DDR, Armeegeneral a.D. Heinz Keßler und der Stellvertreter des Ministers und Chef des Hauptstabes der NVA, Generaloberst a.D. Fritz Streletz, beschreiben in dem Buch „Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben“ ausführlich, sachlich und nüchtern Vorgeschichte, internationale Lage und wachsende Gefahren, die die Staaten des Warschauer Vertrages und die DDR zu dieser Zeit zur Sicherung der Grenze veranlassten.

Dieses Buch hat an Aktualität nichts eingebüßt.

Quelle: Verband zur Pflege der Traditionen der Nationalen Volksarmee und der Grenztruppen der DDR e. V. - www.vtnvagt.de


13. bis 25.August 1961
Lehrer und Studenten des 11. DDR-Einjahreslehrgangs zur Unterstützung der Durchführung der Maßnahmen zur Sicherung der Staatsgrenze der DDR an Brennpunkten in Berlin und im Kreis Bernau im Einsatz. In Anerkennung gezeigter Leistungen wurde das Kollektiv der Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“ am 28.August mit der Ehrenurkunde des Zentralrates der FDJ ausgezeichnet.

Quelle: Unsere Jugendhochschule "Wilhelm Pieck" - ihr humanistisches und sozialistisches Anliegen. Chronik 1946-1990, Verein Arbeitskreis Geschichte der Jugendhochschule "Wilhelm Pieck"